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st. marien

Ihre Kirchengemeinden in Parchim & Damm

Andacht für den Sonntag Kantate, 10.05.2020

10. Mai 2020 - 0:34 -- Robert Stenzel

Andacht für
den vierten Sonntag nach Ostern
Kantate, 10. Mai 2020
Ev. Kirchen in Parchim

Peter Stockmann, Pastor

Votum und Begrüßung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Eingangslied Singet dem Herrn ein neues Lied (Ev. Gesangbuch Nr. 287) = Psalm 98

Kehrvers: Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
1. Er sieget mit seiner Rechten / und mit seinem heiligen Arm;
der Herr lässt sein Heil verkündigen, / er off enbart seine Gerechti gkeit.
2. Du meinst, Gott  sei sehr verborgen, / seine Macht sei klein und gering?
Gott  sähe nicht das, was dich bedrückt? / Sieh auf dein Leben, er hat dich bewahrt!
Kehrvers
3. Du kennst oft mals deinen Weg nicht, / und du weißt nicht recht, was du sollst;
doch da schickt dir Gott  die Hilfe zu: / den einen Menschen, der dich gut versteht.
4. Du musst nur zu sehen lernen, / wie er dich so väterlich führt;
auch heute gibt er dir seine Hand, / so greif doch zu und schlage sie nicht aus!
Kehrvers

Tagesgebet

Schöpfer des Himmels und der Erden,
dich preisen alle deine Werke.
Lass uns nicht stumm bleiben unter den Geschöpfen,
die dich preisen, sondern mach unser Leben
zu einem Lobgesang auf deine wunderbare Macht und Güte.
Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Epistellesung Brief des Paulus an die Kolosser Kapitel 3, Verse 12-17

So zieht nun an als die Auserwählten Gott es, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, 
Freundlichkeit, Demut, Sanft mut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, 
wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi , zu dem 
ihr auch berufen seid bin einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Lasst das Wort Christi 
reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen 
und geistlichen Liedern singt Gott  dankbar in euren Herzen.
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt 
Gott , dem Vater, durch ihn.

Wochenlied Du meine Seele, singe (Ev. Gesangbuch Nr. 302)

1. Du meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, / solang ich leben werd.

8. Ach ich bin viel zu wenig, / zu rühmen seinen Ruhm;
der Herr allein ist König, / ich eine welke Blum.
Jedoch weil ich gehöre / gen Zion in sein Zelt,
ist’s billig, dass ich mehre / sein Lob vor aller Welt.

Evangelienlesung Evangelium nach Lukas Kapitel 19, Verse 37-40

Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott 
zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten,
und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und 
Ehre in der Höhe!
Und einige Pharisäer in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!
Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitt en unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgesti egen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft  der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Predigt

Gnade sei mit euch…
Liebe Gemeinde,
Singen verboten! 
Das klingt so ähnlich wie „Swing tanzen verboten“ und ähnliche Verbote, die es in diesem Land schon 
gegeben hat.
„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, … böse Menschen kennen keine Lieder.“
Ja, aber im Moment geht das ja nicht.
Es ist der Sonntag Kantate, der Singe-Sonntag, der 4. Sonntag nach dem Tag der Auferstehung, mitten in 
der österlichen Freudenzeit in der Kirche.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass schon einmal früher in über 700 Jahren St. Georgenkirche das Singen 
verboten gewesen ist. Durch die vielen Staatsformen und Epidemien hindurch.
Ja, das Singen ist Thema. Und vielleicht besonders eindrücklich dadurch, dass es heute beinahe ausfällt. 
Wegen der Aerosole, die wolkenartig vor unseren Mündern entstehen und wegen des Einatmens durch 
den Mund.
Hier in Parchim sind wir dafür gut gebildet, denn wir haben zwei Fachleute, deren Lebensinhalt die 
Kirchenmusik ist. Wir haben letzte Woche lange überlegt, wie wir unter diesen Bedingungen Gottesdienst 
feiern können. So dass es sich trotz allem wie einer anfühlt. 
So gut es geht. Aber trotzdem fehlt etwas. 
Lassen sie uns mit all dem im Herzen eine weite Reise unternehmen. Sie führt Jahrtausende weit in die 
Zeit des salomonischen Tempels in Jerusalem. Nachzulesen im 2. Buch der Chronik im Alten Testament.

(Kapitel 5, Verse 2 bis 5 und 12 bis 14)
Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen 
Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinauf brächten aus der Stadt 
Davids, das ist Zion.
Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat 
gefeiert wird. Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf und brachten 
sie hinauf samt der Sti ft shütt e und allem heiligen Gerät, das in der Sti ft shütt e war; es brachten sie 
hinauf die Priester und Leviten.
Und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, 
angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei 
ihnen hundertundzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.
Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und 
danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und 
man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus 
des HERRN erfüllt mit einer Wolke, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen
der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Noch ein erstes Mal. Nicht nur, dass wir genau das nicht sollen, was hier gepriesen wird. Das Singen. 
Sondern auch dass dieser Bibeltext heute dran ist, es gab ihn als vorgeschlagenen Predigttext noch nie. 
Passend vielleicht, dass ein so tiefer Blick in die Geschichte Israels jetzt erfolgt, an dem der „Tag der 
Befreiung“ an 75 Jahre Kriegsende geknüpft  ist. Das Ende des vielen Grauens, das noch vor Mai 1945 
passiert ist. Auch in Parchim hat es einmal eine Synagoge und jüdische Friedhöfe gegeben. Aber bleiben 
wir beim Text.
Denn es wird und es wurde gesungen! Immer. Von den Bediensteten des Tempels, von Kantoren und 
Sängern und Bläsern durch alle Zeiten. 
Auch bis hin zu den Diktaturen in Deutschland. Musik war immer Freiheit und Frieden. Und gleichzeitig 
immer missbraucht. Denn sie hat Macht. Jubelgesänge sind in Deutschland heute fast immer verhalten. 
Nur beim Fußball wird noch lauthals gegrölt. Aber im Moment ja auch dort nicht. 
Es gab wohl schon zu oft  zu viel einstimmigen Gesang bei uns. 
Musik entfaltet immer Faszination. Sie spricht Körper, Geist und Seele an und tut viel mehr, als nur die 
Vernunft  ansprechen. 
Sie ist schwer kontrollierbar und trifft  auf Menschen beinahe ohne Kontrollmöglichkeit. 
Der Predigttext markiert eine Veränderung damit. Der Tempel ist neu, das Judentum verändert sich. Bis 
vor kurzer Zeit noch war der heilige Ort für das Volk Israel noch eine mobile Stiftshütte. Nun wird ein 
fester Ort aus Steinen gebaut. Leute werden mit dem musikalischen Dienst beauftragt, die vorher für 
unendlich lange Zeiten andere Aufgaben hatt en. Die „Leviten“ werden nun die Leute für den Lobpreis 
Gottes. Zugespitzt: die Kantoren.
Es muss für unsere heutigen Kirchenmusiker doch eine Traumvorstellung sein. Mehr als einhundert 
Geistliche, die Trompete spielen. Und sie können dies auch noch. … als wäre es einer, der trompete und 
sänge, als höre man eine Stimme loben und danken dem Herrn.
Ein großer Wunsch, auch für uns Chorsänger. Dass wir einen einheitlichen Klang vollbringen aus den vielen
Kehlen und Mündern. 
Musik bedeutet nicht nur für die Hörenden Faszination, sondern noch stärker für die Singenden und 
Spielenden.
Sie besitzt Macht, Menschen zu verändern und zu bewegen. Und sogar die Macht, im Bösen gefügig zu 
machen. 
Ach, und heute dürfen wir nicht. Die guten Eigenschaften von Musik leben lassen. 
Dass ausgerechnet unter diesen Bedingungen zum allerersten Mal in evangelischen Kirchen an das 
Tempelweihfest in Jerusalem erinnert wird, fast genau am 75. Jahrestag des Kriegsendes, dass wir dabei 
ausgerechnet heute nicht singen dürfen, das fühlt sich an, als sollte es irgendwie so sein. 
Bleiben uns die Töne im Halse stecken? Die Worte im Munde? Am Singesonntag zum Schweigen und 
Hören verurteilt? Als sollten wir stille sein angesichts der Geschichte, die unsere ist.
Merkwürdig, denn es gibt in unserer Kirche schon so lange Zeit große Wertschätzung für Kirchenmusik. 
Zu erleben an der Aufgeregtheit, als die Kantorenstelle letztes Jahr für kurze Zeit zur Disposition gestanden
hat – und dann die Stellenbesetzung erfolgt ist. Wir alle hier erinnern uns an die prägenden Jahre mit 
Kantor Abs und viele auch an Kantor Helmut oder Hannah Schabow, wie sie damals hieß. 
Was wurde hier nicht schon wunderbar gesungen und gespielt. Zu sehen daran, wer hier alles auftreten 
will, weil diese Kirche für ihre Akustik so bekannt ist. 
Der Lobpreis Gott es steht im Mittelpunkt. Durch die Jahre und Jahrzehnte. 
Wenn ich daran denke, was für stabile Musikgruppen es hier gibt und gegeben hat, dann hat Musik bei 
uns auch gemeindebauende Wirkung.
Aber nicht heute. Denn das Singen ist uns verboten. Und das Tanzen, egal ob Swing oder Walzer, auch. 
Alles zu gefährlich, für uns oder andere.
Einen Tempel haben wir nicht. Aber Musik haben wir. Sogar heute, Kantor Nicolaus und ich haben eine 
Lösung für heute gefunden, die dem Dienst der Leviten damals vielleicht sogar etwas ähnlich ist. Denn 
heute singen für uns hier auch wir Bediensteten im Altarraum.
Heute kann ich frohgemut sagen, dass die „Musik hier vorne spielt“. Hier spielt die Musik. Auch unter den 
Verboten und Auflagen gibt es immer einen Weg, trotzdem Töne hörbar werden zu lassen. 
Als kleiner Stellvertreter für die Kantaten, Choräle und Hymnen, die hier in dieser Kirche aus vielen 
Mündern erklingen sollen. So ist das hier alles gemeint. Und so wird es wieder sein. 
Wir loben Gott  und preisen ihn für seine Güte und Barmherzigkeit. So gut wir eben können. Mit den 
Möglichkeiten, die wir haben. 
Seit der Tempeleinweihung in Jerusalem ist so viel Zeit vergangen. Zeiten von Gesundheit und Krankheit, 
von Krieg und Frieden, von Segen und Fluch. Mit dem Blick auf das Volk Israel und Juden von heute – und 
mit dem Blick auf die Jahrhunderte dieser Kirche kann ich schlussfolgern, dass das, was heute ist, auch 
wieder nicht das Letzte sein wird. 
Es gilt, was nun zum Mitlesen auf dem Textblatt  steht: „Großer Gott , wir loben dich!“
Amen.
Und der Friede Gottes...

Fürbittengebet

Du rufst uns beim Namen, du kennst unsere Stimme.
Du freust dich an unserem Lied, Gott!
Du hörst, wenn wir zu dir kommen.
Wir bitten dich für alle, die unter Gewalt und Krieg leiden.
Verwandle Militärmärsche und Siegeshymnen
in neue Lieder, in Kinderlieder, Friedenslieder, Freiheitslieder.
Wir bitten dich für unser gesellschaftliches Zusammenleben:
Lass neue Lieder unter uns wachsen,
dass Einklang und Wohlklang werde und uns mit anderen verbinden. 
Wir bitten dich für unsere Kirche:
Schenke uns in ihr neue Lieder.
Lieder und Melodien, Töne und Klänge.
So dass wir dich von Herzen loben können,

Vaterunser

Predigtlied Großer Gott , wir loben dich (Ev. Gesangbuch Nr. 331)

1. Großer Gott , wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

9. Sieh dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Feindes nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, 
nimm es auf in Ewigkeit.

Sendung & Segen

Es segne uns Gott , der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

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